Was für ein Wochenende. Was für eine Saison. 30:0 Mannschaftspunkte, 81,5 Brettpunkte, 7 Punkte Vorsprung vor der Konkurrenz. Wir kehren als Deutscher Meister vom Bundesligafinale in Berlin zurück. Unser zweiter Titel in drei Jahren.
Zwei Siege am Heimwochenende, zwölf Siege in zwölf Runden – wir setzen uns an der Spitze der Bundesliga weiter ab. Nach dem 5,5:2,5 gegen den FC Bayern München und dem 7:1 gegen den SV Deggendorf stehen wir bei 24:0 Punkten. Baden-Baden folgt mit 21:3.
Das abschließende Turnier der aktuellen Schnellschach-Serie gewann Michael Müller mit 4 Punkten aus 5 Partien. Und beim Blitzschach eine Woche später konnte sich Stefan Spiegel mit glatten 100% (7 aus 7) durchsetzen. Die Ergebnisse und Tabellen gibt es wie immer auch online:
Vor dieser Entscheidung stand am Samstag wohl der ein oder andere Fußball- und Schachfan. Beide Veranstaltungen waren schließlich ausverkauft, aber bei den 20 Teilnehmern des Lanka-Seminars gab es nur Gewinner und keine Verlierer. Wir haben uns bei der Begrüßung über mehrere „Neulinge“ gefreut.
GM Zigurds Lanka zeigte im ersten Teil des Gamechanger-Seminars ein Angriffskonzept, das auf dem für die lettische Schachschule überraschenden 1. d4!? basiert. Zigurds ermutigte die e4-Spieler als Zweitwaffe bei passender Gelegenheit 1. d4 zu spielen. Für die mit offenen Stellungen und freiem Figurenspiel vertrauten e4-Spieler ist das viel leichter als umgekehrt.
GM Zigurds Lanka nutzte Demobrett und PC. Alle Sitzplätze waren belegt. Foto: Hans-Peter Röttig
„Spitzenreiter!“ steht an dieser Stelle gelegentlich. Heute könnte es hier gleich doppelt stehen. Unsere erste Mannschaft in der Bundesliga sowie unsere zweite Mannschaft in der zweiten Liga Süd haben ein sportlich perfektes Wochenende mit jeweils zwei Siegen absolviert. Die Belohnung: Platz eins in der Tabelle, jeweils vor Baden-Baden bzw. deren Zweitvertretung. Der einzige Wermutstropfen war technisch/organisatorischer Natur, eine nicht funktionierende Liveübertragung der Bundesliga aus München.
Teamversammlung im Streaming-Raum, wo es viel zu erzählen, aber mangels funktionierender Liveübertragung wenig zu kommentieren gab. | Foto: Stefan Spiegel
Mannschaft 4 zeigte nach dem Ausrutscher der letzten Runde eine starke Reaktion. Beim Auswärtsspiel in Feudenheim trat die Mannschaft als klarer Favorit an und setzte sich am Ende sicher mit 7:1 durch. Alex, Marco, Ahmed, Diyar und Christian gewannen ihre Partien souverän und brachten früh viel Ruhe in den Wettkampf.
Die vorderen Bretter auf der Suche, die Führung weiter auszubauen. Foto: Alexander Boschmann
Etwas spannender machte es Hakan, der mit seiner gambitfreudigen Spielweise erneut für Action sorgte. Im schlechteren Endspiel mit Minusbauer sah es zunächst nicht gut aus, doch im Damenendspiel verlor sein Gegner den Überblick und das Remis war gesichert.
Am Spitzenbrett nahm Paul das Remis in einer schwierigen, leicht schlechteren Stellung gerne mit. Stefan musste nach einem misslungenen Eröffnungsexperiment lange kämpfen, um nicht sofort auf Verlust zu geraten. In einem Turmendspiel behielt er jedoch den besseren Überblick, übernahm plötzlich die Initiative und sicherte sich sogar noch den vollen Punkt.
Mehr als zwei Monate Pause zwischen dem zweiten und dem dritten Spieltag gehen zu Ende. Uns führt die Bundesliga-Reise an diesem Wochenende nach München. Die weiße Weste, mit der wir anreisen, wollen wir auch zur Rückkehr tragen. Es geht gegen die Münchener Schachakademie sowie die SF Deizisau.
Unser Neuzugang Jorden van Foreest ist jetzt Europameister im Blitzschach! | Foto: Angelika Valkova