Deutscher Meister und Pokalsieger in einer Saison – das war uns noch nie gelungen. Am 31. Mai haben wir im Finale des Deutschen Mannschaftspokals den SV Erkenschwick mit 3:1 geschlagen und damit das erste Double der Vereinsgeschichte perfekt gemacht. Gespielt wurde im ehemaligen Sitzungssaal des Rathauses in Oer-Erkenschwick, ausgerichtet vom frisch gebackenen Bundesliga-Aufsteiger SV Erkenschwick 1923.
Eine makellose Saison
Die Saison 2025/26 lief durchweg rund für uns. 30:0 Punkte in der Bundesliga, kein einziger Mannschaftspunkt abgegeben. Die Deutsche Meisterschaft holten wir im April in Berlin – der zweite Meistertitel nach 2024, weit vor der Konkurrenz und mit einer Dominanz, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Was noch fehlte, war der Pokal. Den hatten wir 2025 zum ersten Mal gewonnen. Jetzt, in dieser Saison, sollte beides zusammenkommen.
Der Einsatz der 2700er war eine Ansage
Wir wollten den Pokal unbedingt – und das hat unsere Aufstellung gezeigt. Jan-Krzysztof Duda, Shakhriyar Mamedyarov und Parham Maghsoodloo saßen für uns am Brett: drei Großmeister der erweiterten Weltklasse, zwei davon frühere WM-Kandidaten. Mannschaftsbetreuer Stefan Spiegel sagt dazu: „Auch wenn es am Anfang noch nicht klar aussieht – ab der dritten Stunde setzt sich die Spielstärke durch." So war es auch an diesem Wochenende. Jan-Krzysztof, Shakhriyar und Parham gewannen ihre sechs Partien. Marco Dobrikov verlor leider im Halbfinale und Finale, obwohl vor allem in der ersten Partie mehr drin war.
Baden-Baden diesmal kein Konkurrent, Erkenschwick schon akklimatisiert
Das erwartete Duell mit dem ewigen Rivalen OSG Baden-Baden blieb aus. Baden-Baden, einstiger Serienmeister und sechsmaliger Titelträger in Folge, gab im Halbfinale dem Nachwuchs Spielpraxis – ein Zeichen des Umbruchs beim früheren Dominatoren des deutschen Mannschaftsschachs. Ins Finale kämpfte sich stattdessen Erkenschwick, der Gastgeber und Bundesliga-Aufsteiger, der sich hier erstmals mit Bundesligisten maß und eine starke Vorstellung ablieferte. Im Halbfinale hatten sie die OSG Baden-Baden mit 2,5:1,5 bezwungen, während wir 3:1 über die SF Berlin triumphierten.
Zwei Pokale, ein Empfang
Auf Stefan Spiegel wartet jetzt eine besondere Aufgabe: Er darf zwei Pokale gravieren lassen – den Meisterpokal und den Pokalsieger-Pokal. Und die Stadt Viernheim empfängt uns wahrscheinlich als Doublegewinner in Kürze beim Bürgermeister auf dem Rathausbalkon. In weiser Voraussicht hatte uns die Verwaltung nach dem Gewinn der Meisterschaft noch nicht eingeladen, weil ja noch der Pokal dazukommen konnte. Jetzt ist die Mission komplett.
