Zwei Siege, zwei Punkte Vorsprung und vier Brettpunkte Polster – das ist die Bilanz, die wir nach dem jüngsten Doppelspieltag in der Bundesliga ziehen. Nach zwei Matches in Bremen stehen wir mit 20 Mannschaftspunkten an der Spitze vor der OSG Baden-Baden (18), die am Sonntag gegen Deizisau nicht über ein 4:4 hinauskam. Neben den zwei Mannschaftspunkten Vorsprung sind für uns die vier Brettpunkte wichtig. Mit diesem Abstand könnten wir uns notfalls sogar einen Ausrutscher leisten und blieben vorne. Genau dieses Polster wollen wir im letzten Drittel der Saison halten oder ausbauen.
Gegen den SV Werder Bremen mit seinem starken Kader hatten wir den Kampf als gefährlich eingeschätzt, zumal fünf unserer Topspieler fehlten, da sie am Superturnier in Prag teilnehmen. Am Ende profitierten wir davon, dass Bremen mit einer vergleichsweise jungen Aufstellung antrat: vier Nachwuchsspieler bzw. Eigengewächse an den hinteren Brettern. Wahrscheinlich hatte für uns gearbeitet, dass wir (wie immer in dieser Saison) im Paket mit den starken Wolfhagenern zu Gast waren. Manche Teams setzen ihre Prioritäten dann bewusst auf andere Wochenenden, um gegen schwächere Teams gezielt Punkte zu holen.
Kurios verlief die Partie von Dennis Wagner. Er hatte auf dem Brett Probleme und geriet in Zeitnot. In der Hektik fielen ihm Figuren um, er konnte nicht rechtzeitig aufbauen und verlor schließlich durch Zeitüberschreitung. Trotzdem reichte es am Ende zu einem verdienten 5:3.
Den ersten wichtigen Impuls setzte Anton Korobov. Er glich gegen Frauenbundestrainer Zahar Efimenko zum 1:1 aus – eine ganz wichtige Partie gegen einen erfahrenen Topgroßmeister und -trainer. Georg Meier gewann eine wunderschöne Partie. „Toll, Wahnsinn!“, sagte unser Teamchef nach dem Kampf. Georg steht nach diesem Wochenende bei 5 Punkten aus 6 Partien – stark.
Sonntag: 4½:3½ gegen Kirchweyhe
Am Sonntag wartete mit der Großmeistertruppe des SK Kirchweyhe der stärkere Gegner. Kirchweyhe rüstet personell kontinuierlich auf. Selbst am achten Brett liegt die Wertungszahl inzwischen über 2500.
Es lief für uns günstig an. Zwei Schwarzpartien wurden schnell remis. Kritisch war nur die Partie von Jan-Krzysztof Duda. Wie Jan sich aus der Stellung befreit hat, fand Stefan fantastisch: „Eine Top-Leistung!“
An allen anderen Brettern standen wir okay bis gut. Dann kam der Moment von Shakhriyar Mamedyarov. Shakh lieferte eine Masterclass ab, die den Kampf entschied. Es war sein erster Saisonsieg – genau dann, als wir ihn gebraucht haben.
Vor allem gegen Kirchweyhe waren wir wieder ein Team, in dem es schnelle Unentschieden nur gibt, wenn sie der Mannschaft nützen. „Alle haben geschaut, was die anderen machen, und ihre eigenen Partien darauf abgestimmt“, berichtet Stefan. Am Ende war es ein knapper, aber sicher und kompakt herausgespielter 4½:3½-Erfolg, zum dem Bassem Amin ausnahmsweise „nur“ einen halben Punkt beitrug. Mit 8,5/10 und einer 2763-Performance ist er trotzdem der Topspieler der Liga.
Heimspieltag im März
Am 21. und 22. März geht es für uns zu Hause weiter. Dann empfangen wir den FC Bayern München und den SV Deggendorf. Wir wollen den Schwung mitnehmen.
Zweite mit solidem Saisonabschluss
Auch in der 2. Bundesliga Süd gab es zum Saisonende Heimspiele. Gegen den SC Eppingen verloren wir knapp mit 3,5:4,5, gegen den SV Walldorf gewannen wir 5:3.
Mit 12:12 Punkten belegt unsere zweite Mannschaft einen starken Rang fünf. Mit dem vorab befürchteten Abstiegskampf hatten wir in dieser Saison nichts zu tun.
