Am Samstag, den 26. September, fand im Fischerheim “Holzkistl“ am Anglersee das 1. Ketscher Tandemturnier statt. Insgesamt 16 Teams folgten der Einladung des SC 1922 Ketsch und sorgten für vier Stunden Schach, bei denen es deutlich weniger ruhig zuging, als man es aus gewöhnlichen Turniersälen gewohnt ist.

Blick in den “Turniersaal” während einer Tandemrunde
Los ging es um 10 Uhr zunächst im Schweizer System. Bei einer klassischen Tandem-Bedenkzeit von 5 Minuten ohne Inkrement waren die Runden allerdings schneller vorbei als gedacht. Kurzerhand wurde der Modus angepasst: Bei genau 16 Teams bot es sich schließlich an, einfach jeder gegen jeden spielen zu lassen. So kamen am Ende 15 Runden zusammen.
Wer Tandem noch nie gespielt hat, merkt spätestens nach wenigen Minuten, dass hier einige andere Gesetze gelten als beim normalen Schach. Die geschlagene Figur wandert direkt zum Partner, der sie wiederum auf seinem eigenen Brett einsetzen kann. In Ketsch wurde nach den typischen Vereinsregeln gespielt: Bauern “fallen durch" auf der ersten und achten Reihe und auch das direkte Einsetzen mit Matt ist möglich.
Und vor allem: Reden ist ausdrücklich erlaubt.
Entsprechend war von der üblichen Stille eines Turniersaals wenig zu spüren. Figuren wurden beim Partner eingefordert, vor drohenden Gefahren gewarnt und gelegentlich musste natürlich auch geklärt werden, wer eigentlich gerade dafür verantwortlich war, dass die gemeinsame Stellung innerhalb weniger Sekunden komplett zusammengebrochen war. Es wurde diskutiert, sich über den eigenen Partner aufgeregt und vor allem viel gelacht. Diese Mischung sorgte über das gesamte Turnier hinweg für eine sehr lockere und gute Stimmung.
Für Unterhaltung sorgten übrigens schon vor der ersten Runde die kreativen Teamnamen. So gingen unter anderem die “Bratwurst Defense“, “2 Bretter 1 Chaos“, die “Schlaflosen Queens“ und das vielversprechende Team “Stets Bemüht“ an den Start.
Für Viernheim ging Lorenz Gottschall gemeinsam mit Carsten Herwig vom SC 65 Reilingen an den Start. Unter dem Teamnamen “Chlorhaltige Toleranzen“ (ein Anagramm aus den Vor- und Nachnamen) lief es von Beginn an ziemlich gut.
Interessant war, dass die Spielstärke im klassischen Schach nur bedingt etwas darüber aussagte, was anschließend beim Tandem auf den Brettern passierte. Koordination, Geschwindigkeit und ein Gefühl dafür, welche Figuren der Partner gerade benötigt, spielen eine mindestens ebenso große Rolle. So kam es im Laufe des Turniers immer wieder vor, dass nominell schwächere Teams deutlich stärkere Einzelspieler teilweise schon aus der Eröffnung heraus mattsetzten.
An der Spitze spielten die “Lehmann Brothers“ mit Tim und Nils Lehmann, die für das Turnier sogar aus Limburg angereist waren, ein ausgesprochen starkes Turnier. Ihre einzige Niederlage kassierten sie ausgerechnet gegen die “Chlorhaltigen Toleranzen“. Grüße gehen raus.
Damit war zwischenzeitlich sogar der Turniersieg für Lorenz und Carsten in Reichweite. Zwei Niederlagen gegen “Lidl lohnt sich (nicht)“ sowie “Neckarhausen 1” machten diesen Hoffnungen allerdings einen Strich durch die Rechnung. Tim und Nils ließen ansonsten nichts mehr anbrennen und beendeten das Turnier mit beeindruckenden 28:2 Punkten auf dem ersten Platz.

Die Turniersieger Tim und Nils Lehmann (“Lehmann Brothers“)
Dahinter wurde es eng: Lorenz Gottschall und Carsten Herwig erreichten mit 26:4 Punkten den geteilten zweiten Platz. Ebenfalls auf 26:4 kamen Florian Schrepp und Yasin-Safa Öztürk vom SC Ketsch mit ihrem Team „Lidl lohnt sich (nicht)“.

Carsten Herwig und Lorenz Gottschall (“Chlorhaltige Toleranzen“)
Bei der anschließenden Siegerehrung durften die Lehmann Brothers schließlich den Wanderpokal für die erste Ausgabe des Ketscher Tandemturniers entgegennehmen. Ganz aus den Augen lassen werden wir diesen allerdings nicht: Für 2027 ist bereits die nächste Auflage geplant.

Gruppenfoto aller Teilnehmer des 1. Ketscher Tandemturniers
Zum Abschluss gilt ein großer Dank dem SC 1922 Ketsch und dem gesamten Organisationsteam, das für einen reibungslosen Ablauf und ein rundum gelungenes Turnier sorgte. Von der Organisation über die Verpflegung bis zum eigentlichen Turnierbetrieb lief alles problemlos. Nach dieser gelungenen Premiere freuen wir uns schon sehr auf das 2. Ketscher Tandem-Turnier im Jahr 2027.
