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    Neue Seminarreihe ab dem 27. September: Zigurds Lanka lehrt Angreifen

    Wenn es ums Angreifen geht, führen alle Wege nach Lettland. Michail Tal, der „Hexer aus Riga“, hat mit opferreichen Wirbelstürmen manchen Meister vom Brett gefegt. Feuerwerker Alexei Schirow setzte das Brett immer wieder in Flammen. Zigurds Lanka aus Lettland, Großmeister, Trainer und seit vielen Jahren für den SC Viernheim in der 1. und 2. Bundesliga aktiv, steht zwischen diesen beiden: Sekundant von Tal, Trainer von Schirow, Landsmann von beiden.

    Am 27. September beginnt in Viernheim die neue Seminarreihe mit Großmeister Zigurds Lanka, der den Teilnehmenden das Angriffshandwerk näherbringt. Weitere Termine, Info, Anmeldung weiter unten im Text. | Foto: privat

    „Jeder wollte so spielen wie Tal gegen Botwinnik“, sagt Lanka mit Blick auf das WM-Match 1960, in dem der Hexer aus Riga den sowjetischen Vorkämpfer niederkombinierte. Aber mit der unbedingten Objektivität des Schachmeisters stellt Lanka fest, dass Angreifer auch von Botwinniks Sorgfalt in der Offensive eine Menge lernen können. Botwinnik wiederum habe ebenfalls bei einem Letten gelernt. Hätte Aaron Nimzowitsch, geboren 1886 in Riga, nicht die strategische Basis gelegt, Michail Botwinnik hätte nicht auf dessen Schultern stehen können.

    Lanka sieht, vereinfacht, zwei Arten anzugreifen. Die erste ist das unmittelbar Vorwärtsdrängende, die Tal-Schule. Das zweite ist das geduldige, vorbereitete Öffnen einer Stellung, das Lanka mit Botwinniks „schrittweiser Methode“ verbindet: erst die Figuren optimal hinstellen, dann die Bauern bewegen. So hat er es in den 1980ern und 90ern Alexei Schirow eingeschärft, als er half, den neuen lettischen Star zum Weltklassemann aufzubauen.

    In seinen Seminaren beleuchtet Zigurds Lanka beide Methoden: den direkten Vorstoß und die chirurgische Vorbereitung. Beides sei Angriff – nur mit unterschiedlichem Takt, ausgeführt mit unterschiedlichem Werkzeug.

    Ohne Zentrum kein Angriff. „Schach ist ein Krieg zwischen zwei Armeen“, sagt Lanka. Das Zentrum sei die Feldherrenhöhe. Wer sie kontrolliert, beherrscht Wege und Winkel, kann Aufklärung betreiben, Schussbahnen finden.

    Weil es sich ohne Zentrum schlecht angreifen lässt, setzt Zigurds Lankas nächstes Seminar am 27. September in Viernheim genau dort an: bei Zentrumstypen und Zentrumskontrolle als Vorstufe jedes erfolgversprechenden Angriffs. Das Seminar zum Zentrum markiert den Auftakt der neuen Lanka-Seminarreihe, wie sie in Viernheim längst Tradition ist und viele Fans gewonnen hat.

    Wegen der zu erwartenden Nachfrage war es für Organisator Hans-Peter Röttig klar, dass Lanka auch 2025/26 in Viernheim dozieren wird.  Nach dem 27. September sind vorerst als weitere Termine angepeilt: 6. Dezember 2025, 17. Januar 2026 und 27. Februar 2026. Für die Viernheimer Schüler, Jugendliche und Studierende ist die Teilnahme kostenlos. Alle Infos zu Anmeldung, Datum und Ort in diesem Beitrag über den Auftakt der Seminarreihe

    Ausweiskontrolle, Stachelschwein, Plombe? Wenn Zigurds Lanka Schach erklärt, dann so anschaulich wie möglich. Aus der Vielzahl der immer wieder verwendenten Begriffe ist sogar eine eigene Sprache entstanden: Lankanesisch.

    Wer Lankas Stimme länger zuhört, merkt bald, wie sehr seine Angriffslehre mit Bildern arbeitet. Die „Feldherrenhöhe“, der „Beschuss“, die „Aufklärung“ sind keine martialischen Figuren, sondern Teil der Methode, den Angriff in Phasen zu unterteilen: Erkundung, Aufmarsch, Durchbruch. Je nach Zentrumsformation mögen sich diese Phasen unterschiedlich darstellen. Und darum steht das Zentrum am Beginn der Reihe. Offenes, halboffen, geschlossen Zentrum – jede Formation verlangt andere Aufstellungen, andere Hebel, anderes Timing. 

    Lankas Autorität als Erklärer speist sich aus seiner Biografie. Er war Teil der lettischen Nationalauswahl. Bei der Schacholympiade 1992 gelang dem frisch gekrönten Großmeister mit Lettland ein fünfter Platz. Trotz Großmeistertitel und fast 2600 Elo setzte er nie allein auf die Karte Schach. Lanka arbeitete journalistisch, studierte, bildete sich im Trainerfach weiter – und blieb gleichzeitig Praktiker.

    Das lettische Kapitel – Tal, Schirow und sein Jugendtrainer Zigurds Pigits – ist für Lanka Verpflichtung. „Meine heutige Arbeit speist sich aus der Dankbarkeit gegenüber meinen Lehrern. Ihre Konzepte will ich verfeinern, ausarbeiten und weitergeben; sie so vermitteln, dass andere davon profitieren.“ Inspiration sei die eine Hälfte (Tal habe ihn „mitgerissen“), Methodik die andere.

    Wer in Lankas Seminar sitzt, bekommt kein Feuerwerk zu sehen, keine Magie und Hexerei. Es werden auch keine Knallkörper ausgehändigt. Stattdessen: ein Handbuch über das Zünden und den richtigen Moment. Angreifen ist Handwerk und mehr als das. Wenn es von Lanka bildreich und wortgewaltig vermittelt wird, offenbart sich das Kunsthandwerk – und die Methode dahinter.

    Conrad Schormann

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    Wir sind der SC Viernheim 1934 e.V.

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